
Kategorie
Intervention
Beauftragung
Hamburger Friedhöfe AöR
Entwurf
Herr & Schnell Architekten
Kooperation
Auböck + Kárász, Daniele Ansidei
Bauweise
Stahlbau
Ort
Hamburg-Ohlsdorf
Jahr
2020



Im Rahmen der Realisierung eines Wettbewerbsgewinnes von Auböck + Kárász für das Projekt Ohlsdorf 2050, sind als erste Intervention zwei Aussichtstürme auf dem Ohlsdorfer Friedhof entstanden. Der allmähliche Wandel des Friedhofareals in einen Park steht unter dem Leitmotiv „Inszenierung der Stille“. Behutsame Veränderungen markieren diesen Prozess, mit einer Reihe neuer Parkintarsien. Schon im Wettbewerb waren prägnante Aussichtstürme vorgesehen: Orte, die einen weiten Blick bereitstellen, zum Verweilen einladen, vielleicht zum konzentrierten Lesen. Zwei dieser Objekte wurden nun von Herr & Schnell Architekten gestaltet und in der ersten Phase auf dem Friedhof errichtet, in ihrer Anmutung angesiedelt zwischen Möblierung und kleiner Parkarchitektur. Beide Aussichtstürme sind entlang der Ost-West-Achse der Kapelle 6 positioniert.

Draufsicht
Der erste Turm befindet sich westlich der Kapelle an in einer Lichtung stehenden Wegekreuzung. Den zweiten Turm findet man weiter östlich freistehend auf einer Grünfläche. Die Türme ermöglichen den Friedhofsbesuchern einen erhöhten Blick über die Landschaft des Friedhofes und in die Ferne. Mit dem Betreten des Turmes kann der Besucher in eine andere Atmosphäre wechseln und freie, unabhängige Gedanken fassen. Die Holzsitzbänke an den Rändern der Plattform ermöglichen zudem einen längeren Aufenthalt. Durch die in vertikale Stäbe aufgelöste Struktur erscheinen die Türme filigran und durchlässig. Durch drei unterschiedlich große, zueinander versetzte Kreise im Grundriss, entsteht eine elliptische Formgebung. Im Zusammenspiel mit den vertikalen Fassadenelementen und der umlaufenden Treppe entsteht so eine vielseitige Anmutung, je nach Betrachtungs- standort und Blickwinkel. Sowohl von außen, als auch beim Betreten sind immer neue Perspektiven und Erscheinungsbilder wahrnehmbar.


